• Gross-Event in Aesch

Gross-Event in Aesch

30.08.2019

Ausserordentliche Generalversammlung der Sektionen – In der Löhrenackerhalle in Aesch passten die regionalen Sektionen des HEV Baselland ihre jeweiligen Statuten an, damit der von den ­Delegierten im April beschlossene Grund- und Wohneigentums-Schutzfonds geäufnet werden kann.

Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer seien im besonderen Mass auf eine gute und langfristig ausgerichtete Politik angewiesen, sagte Reiner Eichenberger an der Grossveranstaltung der regionalen Sektionen des HEV Baselland vom 20. August in der Löhrenackerhalle in Aesch.

Der Ökonomieprofessor der Uni Fribourg hielt das Gastreferat an der Veranstaltung, an der die Sektionen ihre jeweiligen Statuten anpassten. Nachdem dies erfolgt ist, kann nun der Grund- und Wohneigentumsschutzfonds des HEV Baselland für die Sektionen operativ werden.

Eigenmietwert abschaffen
Besonders kritisch äusserte sich Reiner Eichenberger zum Eigenmietwert. Dieser werde falsch berechnet. Vom Bruttoeigenmietwert müssten demnach die heutigen Abzüge sowie die Abschreibung des Gebäudewerts in 30 oder 40 Jahren sowie die Eigenleistungen abgezogen werden. Da bleibe nicht mehr viel übrig, so dass sich die Rechnerei nicht lohne. «Aus diesem Grund sollte man den heutigen Eigenmietwert abschaffen», forderte Eichenberger.

Generell seien die Hauseigentümerinnen und -eigentümer «massiv überbesteuert». Darunter leiden laut Eichenberger ganz allgemein alle privaten Sparer in der Schweiz.

Wirksame Interessenvertretung
Leider würden manche Wirtschafts-Dachorganisationen immer weniger liberale Grundsätze und immer mehr ausschliesslich kurzfristige Interessen der Manager von Grossbetrieben vertreten, stellte Reiner Eichenberger fest.

«Darum wird eine wirksame Interessensvertretung der Hauseigentümer immer wichtiger», sagte der Ökonomieprofessor im Hinblick auf den eigentlichen Grund des Anlasses in Aesch.

Insbesondere Hauseigentümerinnen und -eigentümer, die ihr Objekt selbst nutzen, seien gegenüber anderen Gruppen – vor allem gegenüber den Mieterinnen und Mietern – benachteiligt.

Laut Eichenberger nehmen Gerichte, Verwaltung und Politiker meist Partei für den Staat. Hinzu käme, dass Mieterinnen und Mieter zunehmen subventioniert werden, «sei es durch staatliche Wohnungen und die Vergabe von staatlichem Land für Genossenschaften, sei es durch die vielen Mietpreisvorschriften».

Begrüssenswerter Schutzfonds
«Das Subventionsunwesen bezahlen schlussendlich die Haus­eigentümerinnen und Hauseigentümer – und auch junge Familien, die auf dem freien Mietmarkt eine Wohnung suchen müssen», sagte Reiner Eichenberger. Er begrüsse deshalb die Schaffung des Grund- und Wohneigentumsschutzfonds

Öffentlichkeit sensibilisieren
Christoph Buser, der Präsident des HEV Baselland, rief zuvor in Erinnerung, weshalb die Delegierten des HEV Baselland an der a.o. DV vom 2. April 2019 die Schaffung des Fonds beschlossen hatten. Ziel sei es, die Verbandskommunikation zu verstärken, um die Öffentlichkeit noch besser für die berechtigten Anliegen der Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer zu sensibilisieren.

Dabei zeigte der Präsident auf, wie sich der Druck auf das Wohneigentum weiter erhöht: «Im Baselbiet arbeitet die Regierung zurzeit an der definitiven Vorlage zur sogenannten Baulandverflüssigung.» Das Gesetz sah im Entwurf nichts weniger als die Enteignung vor, wenn man nicht so dicht baut, wie dies der Gesetzgeber will. Der HEV Baselland wehrt sich mit aller Vehemenz dagegen. Eine weitere Gefahr drohe bei den Katasterwerten. Sie sollen neu bewertet werden. «Was das für uns Hauseigentümer bedeutet, ist jetzt schon klar: Höhere Steuern.»

Zahlreiche Mehrbelastungen
Auf Bundesebene werde diskutiert, dass nicht-einheimische Pflanzen (Neophyten) bekämpft werden sollen – wobei die Hauseigentümer die Kosten tragen müssten. Als jüngstes Beispiel verwies der Präsident auf die zuständige Ständeratskommission, welche die Hauptlast zur CO2-Reduktion dem Gebäudepark übertragen wolle. Ungeachtet der bisher erreichten Einsparungen sollen weitere, drastische Senkungen des CO2-Ausstos­ses bei Gebäuden vorgeschrieben werden. «Und natürlich bezahlen wir Hauseigentümer dafür», so Buser.

dan