• Wohneigentum wieder fördern

Wohneigentum wieder fördern

07.09.2021

W ir stehen bei Redaktionsschluss dieser Zeitung mitten in den Jubiläumsfeierlichkeiten des HEV Baselland. An jedem der Anlässe, die ich bislang mit unseren Mitgliedern feiern durfte, habe ich Menschen getroffen, die mit ihrer Wohnsituation sehr zufrieden sind und ihr Eigenheim auf keinen Fall missen möchten.

Der Trend geht gar in die Richtung, dass ältere Menschen so lange wie möglich daheim wohnen möchten und ihr Haus oder ihre Wohnung entsprechend ausstatten.

Das eigene Daheim – das ist nach wie vor der Wunsch von vielen Leuten. Die Pandemie hat den Wunsch nach Wohneigentum sogar verstärkt, gerade bei jungen Menschen. Aber die Realität sieht leider düster aus.

Im europäischen Vergleich liegt die Schweiz ganz weit hinten, was Wohneigentum angeht. Die so genannte Wohneigentumsquote liegt gemäss dem Portal Statista in der Schweiz bei mickrigen 42 Prozent. Das ist die mit Abstand niedrigste Quote in ganz Europa.

In jedem anderen Land in Europa gibt es mehr Wohneigentümer als bei uns. Zum Beispiel in Rumänien (96 Prozent), Spanien (78 Prozent), den Niederlanden (69 Prozent) oder in Frankreich (65 Prozent). Die Schweiz ist und bleibt das einsame Schlusslicht des Kontinents.

Ich halte das für inakzeptabel. Im Baselbiet besitzen lediglich rund 40 Prozent der Menschen einen Rechtstitel an Wohnraum. Aber in der Schweiz träumt jede zweite Person von einer Wohnimmobilie. Nachzulesen in einer Studie von Moneypark, Alacasa und Helvetia.

Das Thema «Förderung von Wohneigentum» ist allerdings auf keiner politischen Agenda (mehr) zu finden. Das Baselbieter Bausparmodell ist vor vielen Jahren der eidgenössischen Steuerharmonisierung geopfert worden.

Seither sind alle Versuche, die Wohneigentumsförderung wieder in die Gänge zu bringen, mit regelrechten Neidkampagnen gebodigt worden. Man sollte auf die Wünsche der (jungen) Leute hören und wieder einen Anlauf nehmen und Mittel finden, um das Wohneigentum zu fördern.

Damit auch in der Schweiz eine ganz normale Familie Perspektiven hat und ein eigenes Haus kaufen kann. Das wäre der Wunsch vieler Menschen.